Dienstag, 19. August 2014

Wenn's dir nicht gefällt / mach neu


Warum liegt denn hier eine Druckerpatrone auf dem Boden?

Kannst du mal das verdammte Spiel leiser drehen?

Willst du in die Küche oder an den Schreibtisch?

..... Ich weiß garnicht, ob ich gelb oder orange oder okker mehr hasse. 

Wir sind wieder in dieser Phase angekommen, die ich überhaupt nicht leiden kann. Die Urlaub-Party-Pause-Zeit der Semesterferien ist jetzt endgültig vorbei und vor mir liegen zwei Monate Hausarbeit schreibendes Einsiedlerdasein zwischen meinem okkerfarbenen Schreibtisch in einem orangenen Raum (kann ich einfach nicht mehr sehen) und der 70er-Architektur-Bibliothek mit menschenunwürdigen Sauersoffleveln. Gestört wird mein Einsiedeln lediglich von meinem Freund und wer schonmal gemeinsam in so einer Phase gefangen war, der weiß wie sehr man sich dabei völlig grundlos auf den Zeiger gehen kann.
Es gilt also, etwas zu ändern hier. Jeder braucht seinen eigenen Platz und ich will verdammt noch mal nach fast 10 Jahren Orange (mit 12 fand ich die Idee großartig) endlich weiße Wände! Ich habe so viele Pläne für meine neue Wohnzimmerhälfte. Untern seht ihr schonmal meine gesammelten Inspirationen. Wünscht mir Glück!


Samstag, 9. August 2014

Gefühlter Minimalismus



"Total schön, aber irgendwie auch langweilig.... ist sicher Kunst." 
Das ist es, was ich mir oft denke, wenn ich mir Modenschauen im Internet ansehe oder diese über-ästhetisierten Editorials, die man manchmal in den Magazinen unter obskuren Titeln vor die Augen geworfen bekommt. Es reizt mich nicht, weil weder etwas wirklichTragbares dabei ist, dasr sich vor meinem inneren Auge in Outfit-Inspiration umwandelt, noch ist es so provokant, dass es mich zum Nachdenken bewegt. Das ist der Grund, warum ich mehr an Streetstyle ineressiert bin und damit an Einflüssen, die nicht völlig von Mega-Brands kontrolliert sind. (Auch wenn der gegenseitige Einfluss trotzdem immer vorhanden ist, schon klar.) Es gab aber allem Anschein nach auch eine Zeit in der Mode, die voller Experimentierfreude und weniger größenwahnsinnig war. Zumindest hat mir das eine Arte-Doku so vermittelt, die mich wahnsinnig inspiriert hat. Besonders Yohji Yamamoto hat es mir angetan, auch wenn ich mir vermutlich nie etwas von ihm werde leisten können. Die Monki-Bluse in diesem Outfit ist also sozusagen meine Hommage an den Minimalismus der Neunziger.



Bluse - Monki
Rock - Asos
Boots - Asos
Sonnenbrille - Ray Ban


Übrigens: Mich gibt es jetzt auch bei Facebook.

Freitag, 1. August 2014

Girl vs Dress


Dieses Kleid ist meine Nemesis. Der Antagonist. Mein kosmischer Gegenspieler. Der Feind in meinem Kleiderschrank. Es hängt ganz unauffällig und schüchtern an seinem Bügel und tut so schlicht und tragbar, aber sobald ich es mir über den Kopf ziehe, den Zipfel aus dem Bund meiner Strumpfhose befreie und vor den Spiegel trete, beginnt unser Kampf. Es will sich einfach nicht kombinieren lassen und ich will einfach nicht aufgeben. Manchmal besiege ich es, indem ich einen Pulli drüberziehe oder einen Knoten an die Seite mache, aber dann habe ich immer das Gefühl zu schummeln, schließlich habe ich ein Midikleid gekauft, keinen Rock und auch kein High-Low Kleid. Ich habe das Kleid schon zwei Mal auf dem Blog gezeigt, weil es mir einfach keine Ruhe lässt (1) (2). Der zweite Look ist ein ziemlicher Tiefschlag wenn ihr mich fragt. 

Heute folgt also Versuch Nummer drei mit dem Kleid-Feind und ich bilde mir ein, so langsam die Oberhand zu gewinnen. Sind meine Beine vielleicht wirklich nur zu kurz? Das will ich nicht akzeptieren. 
Was meint ihr?


Kleid - Asos
Hut - H&M
Bluse - Primark
Rucksack - Pieces
Schuhe - Juju


Der Rucksack ist übrigens der Salekauf meines Lebens, so viel Glück hatte ich noch nie. Normalerweise klicke ich nie die Google Ads, aber in diesem einen Moment muss mir so langweilig gewesen sein, das ich es doch getan habe. Ich bin im Onlineshop von Pieces gelandet und der Rucksack war von 139€ auf knapp 50€ reduziert. So schnell habe ich selten "Zur Kasse gehen" geklickt.


Montag, 28. Juli 2014

Weitsicht.



Ich atme tief durch, dann nehme ich die Decke aus der Tasche und breite sie auf der Wiese aus. Es ist der erste Abend seit Monaten, an dem ich mir freinehme und an nichts Böses denken will. Es ist warm, aber nicht heiß und von dieser Stelle kann man den Blick kilometerweit schweifen lassen. Die Welt fühlt sich weiter, größer, ruhiger an als unten in der Stadt. Hier oben war ich noch nie und das macht es leichter, sich vorzustellen man sei im Urlaub.

Keine zwei Sekunden nachdem ich mich auf der Decke niedergelassen habe fällt mir der erste Regentropfen auf die Nase. War ja klar. "Hört bestimmt gleich auf", sagt er, "Ich glaub die Wolken ziehen weg". Also für mich sehen die nicht aus als hätten sie vor irgendwo hinzuziehen.

An und für sich beschreibt diese Szene die letzten paar Monate ganz gut: Kaum hat man mal durchgeatmet und sich hingesetzt, wirft Petrus einem das nächste Problem vor die Füße. Der Regen ist in diesem Fall eine Metapher für die (Uni-) Bürokratie. Die knallen einem aber eher "Geht nicht", "Können wir Ihnen nicht helfen", "Kollegin ist krank" oder gar "Das ist Ihr Problem" vor die Füße. Denkste. Aber genau wie der Regenschauer über meinem Picknick scheint auch dieses Kapitel fürs Erste überstanden. Hoffentlich. 










Montag, 21. Juli 2014

Sommermode für Winterkinder? | Outfit

Mom Jeans von Asos

Ich habe das Fenster ganz offen und hin und wieder fliegen ein paar Regentropfen herein, aber damit kommt mein Laptop schon klar. Eigentlich hatte man mir das Gewitter ja schon gestern versprochen. Die unerträglich Schwüle verschwindet endlich aus der Luft und man kann wieder durchatmen. Es ist gleichzeitig kühl und angenehm, die Kopfschmerzen sind weg und ich kann mich wieder konzentrieren.

Ich bin ein Winterkind, das muss ich wohl einsehen. Immerhin, über die Mode im Sommer kann ich mich freuen, auch wenn es immer diesen Punkt gibt, wo es einfach zu warm ist um sich zu bewegen, geschweige denn ein Outfit zu koordinieren, das aus mehr als Piyamashorts und einem ausgewaschenen T-Shirt besteht. Warum auch irgend etwas anziehen, das womöglich an mir klebt und wenn nicht, so kurz ist, dass ich Hautkontakt zu einer Hörsaalbank haben könnte.

Für Mom Jeans war es in den letzten Tagen hier auch zu warm, aber sie haben einen ganz eindeutigen Vorteil gegenüber vielen anderen Hosen, die ich habe: Keine einzige Hosentasche wurde eingespart. Ich habe schon mindestens vier Einkaufszettel mitgewaschen, weil ich mit der unglaublichen Taschenfülle noch garnicht umgehen kann. Beat that, skinny jeans.

Top - Primark
Mom Jeans - Asos
Schlappen - Bianco

"Posing like a blogger ... uh look grasshopper!"

Dienstag, 15. Juli 2014

Fugly Shoes of Summer | Trend


shorter word for "fucking ugly"

"oh shit that cactus is fugly"
(urbandictionary.com)
Trigger Warning: Ironie-Alarm. 
Der "Trend", im Allgemeinen und im Speziellen, wird, habe ich den Eindruck, in Deutschland immer ziemlich skeptisch beäugt. Niemand will hier ein Trend-Opfer sein. "Nein, ich trage nur was mir gefällt, Trends interessieren mich nicht." Keiner will "so wie die Anderen sein" und im Mainstream ist ja sowieso erst recht niemand. (Es sei denn, es geht um Hipster-Bashing, da grenzt man sich wiederum ganz bewusst von der Abgrenzung ab.) Wir sind hier alle ganz besondere, individuelle kleine Schneeflocken. Hier wird nicht jeder Scheiß mitgemacht und die Sache mit den Birkenstocks, ey, dass geht jetzt echt zu weit.

Da rufe ich laut "Bullshit!". Ich liebe Trends. Sie sind frisch und neu und inspirierend. Sicher, das Meiste ist schon dagewesen, aber der eigentliche Reiz liegt darin, ein Kleidungsstück in einen neuen Kontext zu stellen und zu sehen was passiert. Es gibt genug Tage, an denen man aussehen muss, wie der Inbegriff modischer Seriosiät, aber es muss eben auch Tage geben, an denen man sich in Kleiderschrank austobt. Vielleicht ist mein grenzenloser Narzissmus, aber es bereitet mir auch Freude, wenn Passanten offenkundig von mir verwirrt sind. 

Der Sommer ist zum Experimentieren da. Birkenstocks und Jelly-Schuhe eingeschlossen. Hier ist meine neue Sammlung seltsamer Sommerschuhe:


Meine "Birkenstocks" sind eigentlich von der Marke Bianco und zeichnen sich durch dieses komische schwarz-weiße ... Leomuster (?!) aus. Ich trage sie eigentlich immer dienstags, denn da muss ich in Windeseile vom Yogakurs zum Seminar und habe keine Zeit mich mit aufwendigem Schuhwerk oder gar Socken zu beschäftigen. Glücklicherweise sehen sie auch mit Leggins cool aus.

Diese schwarzen Römerschlappen mit der weißen Kontrastsohle sind auch von Bianco und genauso bequem wie das andere Paar. Zudem haben sie noch den Vorteil, dass man nicht so leicht rausfallen kann und dass die breiten Riemen meine nicht vorhandenen Fußgelenke immerhin ein bisschen kaschieren.

Die berüchtigten Gummischuhe von Juju's. Ich habe schon mal über sie gebloggt. Seit dem habe ich außerdem herausgefunden, dass sie zwar leicht ein bisschen staubig werden, aber die am leichtesten zu reinigenden Schuhe sind, die ich je besessen habe. Dabei sind sie sogar weiß!

Auf diesen beiden Bildern könnt ihr meine ganz-und-garnicht zierlichen Fußgelenke ziemlich gut sehen, ich weigere mich aber, mich davon vom Tragen dieser Sandalen abhalten zu lassen. Sie passen mir auch, auch wenn das auf dem ersten Foto nicht so wirkt. Im Sitzen sehen Sandalen immer seltsam aus, oder? Diese sind vermutlich noch die am wenigsten Komischen in meiner kleinen Kollektion, aber man hat mir mal erklärt, "klobige" Schuhe seien total unweiblich. Glücklicherweise ist mir das völlig egal. Schaut euch lieber den niedlichen Besuch an, den ich hatte, während ich diese Fotos gemacht habe:


Sonntag, 8. Juni 2014

Sehen, gesehen werden und shoppen | Mädchenflohmarkt im Exhaus

Throwback.... Sonntag vor zwei Wochen. 
An einem Sonntag Ende Mai war ich zum ersten Mal seit gut zehn Jahren auf einem Flohmarkt. Man sollte meinen, ich wäre schneller auf diesen Flohmarkt-Zug aufgesprungen, aber seit ich dort irgendwann mal die Inhalte meines Kinderzimmers verkauft habe, hatte ich das Thema irgendwie abgehakt. Mein Opa mag Flohmärkte und vielleicht ist das sogar der Grund, warum ich sie so lange gemieden habe. Es könnte an dem unterbewussten Wissen gelegen haben, dass ich bei jedem Versuch, erwas zu kaufen oder zu verkaufen, von jemandem wie meinem Opa gnadenlos in Grund und Boden gehandelt werden würde. Handeln ist nicht so meins. Warum können wir uns nicht gleich faire Preise ausdenken und dann auch faire Preise zahlen. Die Verhandelei ist zu viel direkte Konfrontation für mich. 
Auf dem Mädchenflohmarkt habe ich es dann wieder gewagt und ich glaube, ich habe mich ganz gut geschlagen. Das mag auch daran gelgen haben, das Profi-Flohsucher wie mein Opa eher in der Unterzahl waren.  Außerdem hätte es sich für mich sogar gelohnt, wenn ich nichts gekauft hätte, denn ich bin selten mit so vielen guten Outfitideen nach Hause gekommen. Es war einfach ein guter Ort zum People-Watching, mit vielen Mädels, die stilistisch genau auf meiner Wellenlänge waren. 
Und naja, weil ich schon wieder so viele Klamotten mit heim genommen habe, muss ich beim nächsten mal eben auch selbst verkaufen.

Hut - Pork Pie
Sonnenbrille -Asos
Crop Top - Rise Against Shirt, abgeschnitten
Cardigan - H&M
Mom Jeans - Bershka
Sandalen - Bianco